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Beratungskompetenz an der Schule

Wenn etwas gut gelingt, machen Sie mehr davon!
Erfahrungsbericht von Fortbildungen für Lehrerkollegien / Schulen zum Thema "Beratung"

--Eine ungewöhnliche Anfrage--
Am Telefon meldet sich der Leiter eines Jugendamtes (JA). Ich bin Ihm als Supervisorin empfohlen worden, die im Bereich Schule arbeitet und auch eigene Berufserfahrungen im schulpsychologischen Dienst einer Gesamtschule hat. Der JA Leiter berichtet, dass es Konflikte zwischen Schulen und JA gegeben habe. Aus diesen Konflikten heraus hat sich eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, besetzt mit Schulleitungsmitgliedern und Sozialarbeitern des Jugendamtes. Konflikte sind geklärt, gegenseitige Rollenerwartungen diskutiert worden, das Jugendamt hat deutlich gemacht, auf welcher Rechtsgrundlage es arbeitet und welche Möglichkeiten es hat, so dass Erwartungen realistischer werden konnten. In dieser Arbeitsgemeinschaft entstand auch die Idee, den Schulen Fortbildung zum Thema Beratung in der Schule anzubieten.

--Das Fortbildungsinteresse erfragen--
Schule und Jugendamt sind Arbeitsfelder in denen ich mich kompetent fühle, ich bin grundsätzlich interessiert. Was mich irritiert ist, dass das Jugendamt von mir ein Konzept erbittet, das dann aber mit Lehrern/ Schulen durchgeführt werden soll. Am Telefon entwickle ich mit dem Leiter des Jugendamtes die Idee, die interessierten Schulen in die inhaltliche Planung mit einzubeziehen. Die Frage "Was soll an diesem Tag passieren, dass sie/ die Kolleginnen/ das ganze Kollegium, am Ende zufrieden nach hause gehen können?", wird an alle interessierte Schulen mit der Bitte um Beantwortung gemailt.

--Das Konzept--
Auf der Grundlage dieser Antworten und meinen eigenen aktuellen Erfahrungen mit Schule und Lehrerfortbildungen entwickle ich ein offenes eintägiges Konzept. Offen insofern, dass mir klar ist, dass die Umfrage nicht die Erwartungshaltung aller Kollegen spiegelt und dass ich spontan auf unterschiedliche Schwerpunkte und Fragen eingehen möchte.
Der geplante eintägige Fortbildungstag hat einen Selbsterfahrungsanteil und einen Methodenteil und soll Spielraum für Arbeit an Praxisfällen zulassen.
Eine Sonderschule, eine Grundschule, eine Hauptschule sind interessiert, von der Realschule und dem Gymnasium kommen je 2-3 Kolleginnen dazu.
Wir entscheiden die Fortbildung für die großen Teams der Sonderschule und der Hauptschule als kollegiumsinterne Fortbildung durchzuführen. Das Team der Grundschule wird in einer Gruppe mit den 6 Kolleginnen der weiterführenden Schulen arbeiten. Eine gute Entscheidung mit der Seminarerfahrung, dass eine offene und anregende Zusammenarbeit zwischen Grundschule und weiterführenden Schulen möglich ist.

--Rolle und Angebot der Referentin--
Die Fortbildungen fanden an einem geeignetem Ort mit ansprechendem Ambiente außerhalb von Schule und Lehrerzimmer statt. Das war gut, denn die Alltagsrituale eines ganzen Kollegiums mit Kaffee und Zigarettenpausen sind mächtig. Ein neutraler Raum ermöglicht andere Sitzordnungen und neue Erfahrungen. Die Referentin braucht dennoch eine Portion Mut und Hartnäckigkeit ein Seminarkonzept einzubringen, das die Beziehungsmuster eines ganzen Kollegiums wohlwollend aber hartnäckig irritiert. Irritation beginnt damit, dass ich mich nicht als die Fachfrau und Besserwisserin definiere, der man ein "Schule ist anders" entgegenhalten kann sondern, dass ich davon ausgehe, dass die anwesenden Lehrer über alle Möglichkeiten zur Lösung schulischer Konflikt verfügen. Sie sind die Experten des schulischen Alltags und ich kann ihnen eine neue methodische Sicht- und Zugangsweise anbieten. Die TeilnehmerInnen haben schon in der Schule das von mir vorbereitete Programm erhalten. Es gibt keine Fragen und Diskussionen.

--Ein wertschätzender Einstieg--
Wir beginnen! Jeder Pädagoge weiß, dass Lob und Anerkennung die besten Motivatoren sind, dennoch löst der Fragebogen "Wertschätzung Ihrer Arbeit und Ihrer Person",( Untertitel: eine Reflexion zu den eigenen Fähigkeiten), zunächst Irritation und Widerstände aus. Die Aufgabe mit einem Interviewpartner auszutauschen, was die besonderen menschlichen und fachlichen Fähigkeiten sind, die mir in der Arbeit an der Schule helfen, bringt die Teilnehmerinnen in Kontakt mit den "kritischen inneren Stimmen und Antreibern" (v.Thun u.a.): Eigenlob stinkt, das ist doch alles selbstverständlich, ich will mich vor den Kollegen nicht herausheben, mir fällt nichts ein ..... sind die ersten Rückmeldungen. Ich sammle diese Rückmeldungen und stelle sie in ein theoretisches Konzept von Bedürfnissen und Wünschen nach Akzeptanz und Anerkennung.(Virgina Satir, Verena Kast u.a.)
Es wird deutlich, dass diese Übung von einigen regelrecht genossen wird. Andere KollegInnen äußern verhalten, es sei interessant einmal wohlwollend auf die eigenen Arbeit zu sehen. Ja doch man arbeitet so mit den Kindern: Lob, Anerkennung und Ermutigung........ aber im Kreis der Kollegen, im Kollegium sind Anerkennung und Wertschätzung eher selten. Es stellt sich die Frage, die Dozentin stellt sie: weshalb sorgen LehrerInnen hier nicht besser für sich selber? Ist es möglich außer vorhandenen Frühstücksritualen, auch jeweils zum Halbjahresende ein "Wertschätzungsritual" durchzuführen, zu fragen "Was ist uns gut gelungen"...... Ein Stück an positiver Teamidentität kann hier möglich werden. Ein Stück Psychohygiene für die oft kritisierte und gekränkte Lehrerseele. Ich berichte aus meiner Arbeit mit Lehrerkollegien: Es kann gut tun, das worauf ich stolz bin aufzuschreiben, den KollegInnen mitzuteilen und für die gut gelungenen Sachen einen Platz an der Pinnwand im Lehrerzimmer zu finden. Erfolge haben und darüber reden!
Die Mimik, die angeregten Gesichter zeigen, dass nach dieser Eröffnung Energie da ist gemeinsam zu arbeiten. Zu arbeiten auf dem Boden dessen, was uns gut gelungen ist und nicht auf der Grundlage der gesammelten vermeintlichen Defizite. Es geht im weiteren Seminar nicht darum sich vor einer besserwisserischen Dozentin zu schützen, den langen Seminartag zu bedauern, sondern es wird deutlich, dieser Tag hat etwas mit mir zu tun, mit uns als Kollegium ... .

--Der gestresste Lehrer--
Weshalb fällt es uns so schwer wertschätzend und lobend auf das zu sehen, was wir täglich arbeiten,
warum wird im Lehrerzimmer viel gejammert und
weshalb ist es noch nicht vorstellbar, mit Schwung die Tür zu öffnen und 2 KollegInnen zu berichten wie gut gerade das Gespräch mit den Eltern von XX gelaufen ist.
Ist ein guter Lehrer ein genervter Lehrer?
Darf man Spaß an Beratungsgesprächen haben oder ist das anrüchig? Wer möchte schon zum Außenseiter im Lehrerzimmer werden?

Ich überzeichne die Situation um Veränderungen zu provozieren.
Die schulinternen Fortbildungen haben hier gute Impulse gegeben den Schulalltag und damit sich selbst und das Kollegium mit etwas Humor und Distanz zu betrachten. Veränderungsmöglichkeiten sind hier wahrscheinlicher und einfacher als wenn nur einzelne Kolleginnen an einer Fortbildung teilnehmen. Das gemeinsame Erkennen: wir haben alle Blockaden und Hemmungen positiv über unsere Arbeit zu reden verbindet. Es gibt auch neue Erfahrungen: Da reden Kollegen, die seit Jahren in einem Lehrerzimmer sitzen, sich aber kaum kennen miteinander über Situationen, in denen sie Spaß an ihrer Arbeit hatten!
Die Dozentin betont hier noch einmal, dass bei allen Menschen das Bedürfnis nach Bestätigung ein Leben lang bleibt. Lob und Anerkennung motiviert, hält uns gesund, stärkt das Selbstwertgefühl. Zu wenig Bestätigung lässt uns resignieren und nicht wenige Menschen flüchten sich aus einer solchen Situation in Ironie und Zynismus.
Welche Auswertungen und Untersuchungsergebnisse haben Lehrer in den letzten Jahren gelobt und anerkannt??
Die gesamtgesellschaftliche kritische Haltung gegenüber Schule und LehrerInnen hat ihre Auswirkungen auf die Einzelnen und die Kollegien.


--Was macht ein gutes Beratungsgespräch aus? --
Weiter im Programm:
Wir sammeln welche Beratungsgespräche in der Schule geführt werden und wann Beratungsgespräche gut gelingen.
Wir erarbeiten wie man ein Setting für Beratungsgespräche gestaltet, das Sicherheit gibt und zum Gesprächsanlass passt.
Wie kann man mit positiven Bemerkungen für einen guten Einstieg sorgen, bekannt als die "fünf yes - Fragen".
Weitere Methoden wie: Die" vier Seiten einer Mitteilung" ( v. Thun),
Arbeitsblätter zum Thema "Ich Aussagen"( TZI, Ruth Cohn), werden erläutert und ausprobiert, manchmal auch wiederentdeckt und aufgefrischt.

--Einfühlung in den Gesprächspartner--
Die ersten Praxissituationen werden geschildert. Bei der Frage: Warum kommen die Eltern unserer Schüler so ungern in die Schule?, fragt die Referentin nach den Gründen für die Gespräche und lachend muss sich ein Kollegium eingestehen, dass in fast allen Gesprächen den Eltern folgende Inhalte vermittelt werden sollen (vgl. v. Thun Selbstoffenbarungs- und Apellebene): Ihr Kind ist so nicht in Ordnung, das zu spät kommen, die Hausaufgaben, die Störungen im Unterricht..... Sie müssen etwas ändern, wir in der Schule tun unser Bestes, so geht es nicht weiter...... Die Frage, ob die Lehrer, wenn sie sich in die Rolle der Eltern versetzen, gerne an die Schule gehen würden um mit Lehrkräften Gespräche dieser Art zu führen, muss nicht mehr gestellt werden. Das Einfühlen in den scheinbar "schwierigen Anderen"(die Eltern) wird einige Male geübt. Lehrer, die auch Eltern sind, berichten von ihren Erfahrungen an Elternsprechtagen, und wie sie sich gefühlt haben.

--Wertschätzende Kommunikation--
Hier bietet sich spontan ein Theoriebaustein zum Thema Kommunikation an. "Optimal kommunizieren heißt das Selbstwertgefühl des Anderen achten", übersetzt heißt das, wenn den Eltern in Gesprächen mitgeteilt wird, dass ihre Kinder schlecht, unehrlich, störend sind, verletzen diese Mitteilungen das Selbstwertgefühl der Eltern, die deutlich die Botschaft hören: du bist ein schlechter Vater/ du versagst als Mutter! Wer mag sich das gerne sagen lassen? Einige Eltern greifen ihrerseits die Schule und die Lehrer an, bezweifeln ob der Lehrer gerecht ist, beschweren sich bei der Schulleitung, solidarisieren sich mit dem Kind gegen die Institution, von der sie sich angegriffen fühlen. Andere Eltern sind nicht erreichbar, kommen auch nicht mehr in die Schule. Wie lässt sich dieser Teufelskreislauf von gegenseitiger Entwertung vermeiden?( v. Thun u.a.) Das Gegenteil von Entwertung ist Anerkennung! Anerkennen dass die Eltern die wichtigsten Bezugspersonen der Schüler sind und das auch nicht perfekte Eltern von Ihren Kindern geliebt werden. Das bedeutet, dass Schuldzuweisungen an Eltern wenig hilfreich sind, letztlich müssen die Eltern in ihrer Unzulänglichkeit oder in ihrem Bemühen akzeptiert werden. Nur über Akzeptanz ist es möglich Kooperation zwischen Elternhaus und Schule zu erreichen. Damit sind auch die beziehungsmäßigen Vorraussetzungen für Beratungsgespräche mit Eltern genannt worden.

--Nähe und Distanz--
Beziehung ist eine wichtige Vorraussetzung für Beratung, die andere ist eine professionelle Distanz zu behalten. Professionelle Distanz meint, darauf zu achten, dass man sich nicht in schwierigen bizarren Lebensgeschichten anderer Menschen verfängt und oder sich an Alltags Unzulänglichkeiten abarbeitet. Kein Lehrer kann die Therapie oder Beratung eines ganzen Familiensystems übernehmen, das entspricht nicht seinen Aufgaben, seiner Ausbildung noch seiner Rolle die er für Schüler und Eltern haben soll. Worum es gehen kann, ist mit Eltern immer wieder beharrlich in Kontakt zu treten und immer wieder Absprachen zu treffen, wie es z.B. erreicht werden kann das die Schülerin pünktlich im Unterricht ist. In der systemischen Beratung suchen wir nach positiven Fähigkeiten, angemessenem Verhalten, kleinen Verbesserungen Beispiel: In der letzten Woche ist die Schülerin drei mal pünktlich gekommen, was war da anders als sonst?, wie hat das morgens geklappt?, die Mutter ist mit aufgestanden,........ prima machen sie das öfter so!..... Was hier vereinfacht dargestellt vielleicht etwas naiv erscheint, fußt auf dem Konzept der Systemischen Beratung die davon ausgeht, das jeder Mensch die Fähigkeiten hat seinen Alltag zu gestalten.(Systemische Beratung, Neumann Wirsig/ Kersting etc.) Dass diese Alltagsgestaltung häufig anders aussieht als Mittelschicht geprägte Personen sich das vorstellen wird hier Thema.
"Lass dir aus dem Wasser helfen, sonst wirst du ertrinken"; sprach der freundliche Affe und setzte den Fisch sicher auf den Baum". Ein Zitat das Lachen auslöst aber auch einen ernsten Hintergrund hat, nämlich den, dass Berater häufig ihre Sicht der Dinge als die einzig mögliche Sicht und die Realität erleben. So werden manchmal auch im besten Bemühen Fische auf Bäume setzen. Vor dieser Haltung können wir uns bewahren indem wir
nicht nur die Defizite in der Herkunftsfamilie der Schüler sehen sondern auch das was das Familiensystem leistet und für die Kinder bedeutet. Positives anerkennen, kleine Erfolge loben, motivieren, erfolgreiche Aktionen zu wiederholen........Das sind Möglichkeiten der Einflussnahme, die wir im Beratungsgespräch mit Eltern nutzen können, denn auch Eltern sind eher durch Anerkennung zu weiterer Kooperation zu motivieren, denn durch Beschwerden und Abwertung.

--Fallgespräche und Kollegiale Beratung--
Am Nachmittag arbeiten wir an Beispielen aus der Praxis mit der Methode der Kollegialen Beratung. Ein Kollegin schildert eine Situation mit einem Schüler, in der sie sich hilflos fühlt die sie aber sehr beschäftigt. Tom ist für die Lehrerin ein anstrengender Schüler, er wirkt mit seinen 12 Jahren nicht altersgemäß entwickelt, sondern viel jünger, er ist in der Klasse nicht integriert, hat häufig keine Materialien für den Unterricht dabei, Sportsachen fehlen fast immer, er weint viel, sucht häufig Kontakt zu Lehrkräften. Die Lehrerin möchte in den nächsten Tagen ein Gespräch mit der Mutter von Tom führen, sie fühlt sich überfordert und will die Mutter dazu drängen, dass Tom eine Therapie macht. Tom ist auch bei vielen anderen KollegInnen bekannt. In den Pausen ist er oft in Prügeleien verwickelt, die häufig damit enden, dass er den Schutz des aufsichtsführenden Lehrers sucht und weinend die Schulkameraden mit bösen Verwünschungen beschimpft. Viele Informationen und Eindrücke werden zusammengetragen und das Bild von Tom wird immer differenzierter: Tom hatte logopädischen Sprachunterricht und drückt sich jetzt so deutlich und akzentuiert aus, dass die Klassenkameraden ihn auslachen. Andere Lehrerkolleginnen ergänzen die Fallgeschichte: Tom hat eine jüngere Schwester die in seiner Klasse auch abgelehnt wird. Eine Kollegin erzählt wie sie die Mutter der Kinder erlebt hat, eine kleine verhärmte Frau, die vor der Klasse stand, die Klasse beschimpfte und drohte bis die Lehrerin eingriff. Es gelingt uns das Verhalten der Mutter nicht nur als unmöglich und übergriffig zu erleben sondern auch zu sehen, dass hier eine Mutter nach ihren Fähigkeiten versucht, ihre Kinder zu schützen. Der Blick öffnet sich für positives Potential, was in dieser Familie sein könnte. Der scheinbaren finanziellen Armut und der Peinlichkeit der zu kleinen Turnschuhe könnte die Schule mit der Ressource Förderverein und einer Zuwendung für Turnzeug begegnen. Ein Kollege berichtet, dass er Tom im Sommer im Freibad erlebt hat in einer Gruppe von Kindern und dass er überrascht festgestellt hat, dass es die Probleme der Schule/ des Schulhofes mit Tränen und ausgeschlossen sein hier nicht gab. Heißt das Tom hat im außerschulischem Zusammenhang Fähigkeiten, die in der Schule noch nicht entdeckt wurden? Es scheint sich eine Tür zu öffnen, plötzlich können LehrerInnen, die Tom unterrichten auch positive Fähigkeiten und Stärken erinnern: er kann abstrakte technische Zeichnungen fertigen, wenn er sich in kleinen Gruppen akzeptiert fühlt ist sein Verhalten freundlich und weniger auffällig, er spielt in der Schach AG und erklärt Anfängern das Spiel, er hat am Chor teilgenommen und war in dieser anderen Gruppierung von Schülern unauffällig ... . Eine Lehrerin bringt die Stimmung in dem Satz "Ich glaube wir brauchen weniger Klassenkonferenzen und diese Beschwerdegespräche mit Eltern, wenn wir uns mehr in Kollegialen Beratungsgruppen zusammensetzen und gemeinsam forschen, welche Fähigkeiten unsere Schüler haben und Möglichkeiten entwickeln, wie wir sie in der Schule unterstützen können ... .
Die Forderung dass hier ein Kind Einzeltherapie braucht, scheint mit einem Blick auf die Ressourcen des Kindes, der Familie und auch der Schule nicht mehr aktuell. Eine gelungene Fallbearbeitung die, da sie im ganzem Kollegium geschehen ist und auch Einfluss auf das Konzept haben kann. Nicht für alle Beratungsfälle lässt sich eine so deutlich andere und Ressourcen orientierte Sichtweise erarbeiten. Es gibt auch Situationen in denen Schulen und die einzelne Lehrkraft sich abgrenzen müssen, um professionell zu sein. Suiziddrohungen können nicht ein Geheimnis zwischen Lehrer und Schülerin sein, Bulimie ist eine ernsthafte Erkrankung die nicht in der Schule geheilt werden kann, wo aber überlegt werden kann, welche Möglichkeiten die Schule hat eine Jugendliche zu stabilisieren.
Die Beispiele sind vielfältig und zeigen mit welchen schwierigen Lebenssituationen Lehrer über ihre Schüler heute konfrontiert werden. Lehrer sind keine Sozialarbeiter, keine Therapeuten, keine Ersatzväter/mütter ..... aber sie sind viele Stunden am Tag mit den Schülern zusammen, sie sehen die Schwierigkeiten und auch die Ressourcen der Schüler und daraus ergibt sich für Lehrer ihre Möglichkeit der Einflussnahme und der Beratung.

--Abschluss--
Dieser Bericht wurde geschrieben aus der Sicht der Referentin, subjektiv mit Engagement und in der Rückschau auf die Seminartage mit herzlichem Dank an die TeilnehmerInnen für die lebendige und gute Zusammenarbeit.
Mit dem Schreiben des Berichtes hat auch sie die Maxime beherzigt: wenn dir etwas gut gelingt rede davon ... und mach mehr davon!
Kursiv geschriebene Textteile verstehen sich als Theoriebausteine oder Erläuterungen auf der Metaebene.
Inhalte und Fallbeispiele aus den Seminaren wurden verfremdet.
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